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Tuesday Bullets: Chicago lässt die Knicks um die Playoffs zittern, die Celtics rehabilitieren sich

Zwei Top-Spiele gab es diese Nacht zu sehen. Im ersten davon schossen die Bulls den selbsterklärten Contender New York in die Krise. Im zweiten rehabilitierten sich die Boston Celtics für die gestrige Niederlage bei den Lakers bei deren Stadtrivalen, den Clippers.

New York Knicks – Chicago Bulls: 99:104

In New York wird es langsam ungemütlich. Durch die Niederlage gegen die Bulls teilt sich das Team von Mike D’Antoni den achten Platz im Osten mit den Milwaukee Bucks. Es war bereits die sechste Pleite in Folge. Die Bulls traten ohne die verletzten Luol Deng, Richard Hamilton und C.J. Watson an. Dass es dennoch für einen Sieg reichte, war neben dem starken Derrick Rose (32 Punkte, sechs Rebounds und sieben Assists) vor allem der Bank zu verdanken. Taj Gibson lieferte 15 Punkte und 13 Rebounds. Generell war es die Überlegenheit Chicagos an den Brettern (56-38), die letztlich den Ausschlag gab. Dies stieß auch Mike D’Antoni sauer auf: „Die Punkte aus den zweiten Chancen haben uns das Genick gebrochen. Es kann nicht sein, dass sie 20 Mal mehr auf den Korb werfen konnten als wir.“ Dennoch war das Spiel trotz der vielen zweiten Chancen für Chicago enger als erwartet. Im dritten Viertel hatten die Bulls noch einen 12:2-Lauf gestartet und mit sieben vorne gelegen, ehe New York reagierte und ihrerseits einen 11:5-Run hinlegten. Alle elf Punkte kamen von Stoudemire und Anthony, die zusammen 21 in dritten Viertel erzielten. Zum Sieg reichte es dennoch nicht, auch weil Rose wieder mal im letzten Abschnitt das Heft in die Hand nahm.

Der war nach der Partie trotzdem stinksauer. „Ich bin der einzige Superstar der Liga, der derzeit so etwas durchmacht“, beschwerte er sich über die harte Gangart der Knicks-Verteidiger und die ausbleibenden Pfiffe der Schiedsrichter. Dies wurde besonders deutlich, als Rose im letzten Viertel nach einem Dunk die Gesichtszüge entglitten und wütend zum Schiedsrichter sah: „Da hatte ich so etwas wie einen Blackout, weil die Schiedsrichter das ganze Spiel über keine Fouls zu meinen Gunsten gepfiffen haben.“ Vielleicht sollte sich der amtierende MVP Nachhilfe bei Dwayne Wade nehmen… Interessante Randnotiz: Die Bulls haben eine Bilanz von 30-0, wenn sie nach dem dritten Viertel führen.

Bei den Knicks hingegen sind sie derzeit ein wenig ratlos, wie es weitergehen soll. Und ob dieses Team überhaupt passt. Zwar spielte Carmelo Anthony solide (21 Punkte und acht Rebounds), seit seiner Rückkehr in die Mannschaft lautet die Bilanz aber 2-8. Sollten die Playoffs verpasst werden, wackelt es heftig an D’Antonis Stuhl, der es mit einem Salär von knapp 75 Millionen anscheinend nicht schafft, ein funktionierendes Team zusammenzuschustern. Bis Donnerstag hat New York noch Zeit, die Reißleine zu ziehen und einen ihrer beiden Superstars zu verschiffen. (Spielbericht)

Boston Celtics – Los Angeles Clippers: 94:85

In Los Angeles hieß es gestern Nacht Erfahrung (Boston Celtics) gegen Jugend (L.A. Clippers). Tags zuvor hatten die Kelten noch gegen die Lakers verloren und setzten nun alles daran, einen Sieg aus Los Angeles zu entführen. Entsprechend hart ging es in der Partie auch zur Sache; bereits zur Halbzeit hatten die zwei Mannschaften fünf technische Fouls angesammelt – begleitet von viel männlichem Körperkontakt inklusive Trash Talk  und sehr bösen Blicken. Dementsprechend eng war das Spiel auch, mit einem knappen Vorsprung von 62:61 für die Celtics ging es ins letzte Viertel. Hier drehte Boston auf und führte schnell mit zehn Punkten, einen Vorsprung, den ein erfahrener Champ wie die Celtics nicht mehr abgibt, sollte man meinen… Denn die Clippers kamen mit einem 17:3-Lauf wieder ins Spiel und übernahmen die Führung (78:74), ehe Boston, angeführt von zehn Punkten von Paul Pierce, seinerseits die Führung mit einem 13:2-Lauf zurückeroberte. Schlussendlich setzte sich dann doch die Erfahrung durch. Bei den Celtics wussten vor allem Paul Pierce (25 Punkte, sieben Assists) und Kevin Garnett zu überzeugen (21 Punkte, acht Rebounds). Blake Griffin lieferte auf der anderen Seite seine gewohnten Zahlen (24 Punkte, neun Rebounds) und bekam Unterstützung von der Bank durch Mo Williams (21 Punkte). Chris Paul erlebte einen Abend zum Vergessen (14 Punkte, 3/12 Wurfquote).

Pierce gab sich nach dem Sieg kritisch: „Wir müssen auf einer beständigeren Basis spielen. Wir müssen raus kommen und den ersten Schlag landen.“ Coach Doc Rivers war froh, sich von der Niederlage gegen die Lakers erholt zu haben: „Wir waren wütend letzte Nacht. Das hier ist Lob City und sie genießen das Spiel. Unsere Jungs sind raus gegangen und haben das Spiel von einer Spaßveranstaltung in einen ernsthaften Wettkampf verwandelt.“ Chris Paul war nach der Niederlage wenig angetan und schmiss vor Lauter Wut über die Niederlage erst mal einen Fuffi ins Phrasenschwein: „Du musst gewinnen oder du verlierst!“ Leuchtet ein… (Spielbericht)

Die restlichen Partien

Milwaukee Bucks – New Jersey Nets: 105:99

Die Bucks gewinnen ihr zweites Auswärtsspiel in Folge und teilen sich den achten Platz im Osten mit New York. Kris Humphries‘ 31 Punkte (Karrierebestleistung) und 18 Rebounds versaut Brandon Jennings mit 34 Punkten, sieben Rebounds und sieben Assists. Der letzte Buck, dem dies gelang, war Alvin Robertson im Jahr 1990. (Spielbericht)

Charlotte Bobcats – New Orleans Hornets: 73-71

Ganze 15 Siege. So viele hatten die Kontrahenten vor der Partie auf dem Konto – zusammen! Entsprechend ansehnlich war die Partie auch. Bei den Bobcats war Gerald Henderson mit 15 Punkten Topscorer. Auf der Gegenseite erzielte Jarrett Jack ebenso viele, begleitet von vier Rebounds und neun Assists. Für ein Highlight sorgte Bismack Biyombo, der Trevor Arizas Dunk zur Verlängerung blockte. (Spielbericht)

Washington Wizards – San Antonio Spurs: 97-112

Keine Überraschung in dieser Partie. Angeführt von einem starken Tony Parker (31 Punkte, drei Rebounds, sieben Assists) lassen die Spurs nichts anbrennen. Tim Duncan überholt Clyde Drexler auf der All-Time Scoring List und liegt jetzt mit 22.207 Punkten auf Platz 25. Ginobili geht wegen Wadenproblemen frühzeitig in die Kabine. Zudem beendet T.J. Ford nach langanhaltenden Problemen mit seiner Wirbelsäule seine Profikarriere. (Spielbericht)

Detroit Pistons – Utah Jazz: 90-105

Al Jefferson spielt Stunden nach dem Tod seiner Großmutter und legt ein richtig großes Spiel hin: 32 Punkte, zwölf Rebounds und zwei Blocks. Vier Sekunden vor Schluss trifft der zudem den ersten Dreier seiner Karriere. Bei den Pistons tat sich Rodney Stuckey hervor (29 Punkte, vier Rebounds, sieben Assists). (Spielbericht)

Minnesota Timberwolves – Phoenix Suns: 127-124

Die Wolves gewinnen in einem unterhaltsamen Spiel (weil keine Defense) gegen die Suns. Kevin Love spielt wie immer (30 Punkte, sieben Rebounds), Steve Nash auch (25 Punkte, drei Rebounds, zehn Assists). Interessant: Trotz des Ausfalls von Ricky Rubio kam Minnesota auf 30 Assists. So viele waren ihnen auch mit dem Spanier nicht gelungen. (Spielbericht)

TRADEGERÜCHTE

Monta Ellis steht weiter im Fokus von Wechselgerüchten. Die Orlando Magic bemühen sich angeblich, den Warriors ein Spielerpaket (Dwight Howard natürlich ausgenommen) schmackhaft zu machen. Auch New Orleans soll Interesse haben. (Bericht)

Die Lakers hatten wohl Interesse an Rajon Rondo. Ob allerdings bis Donnerstag noch etwas geschieht, ist mehr als zweifelhaft. (Twitter)

Ein weiterer Buck auf der Abschussliste? Nach Andrew Bogut suchen die Bucks wohl auch nach Interessenten für Brandon Jennings, sollten sie einen entsprechenden Gegenwert bekommen, berichtet die Sports Illustrated. (Bericht)

Antawn Jamison kann noch halbwegs ordentlich Basketball spielen, ist 35 und sein Vertrag läuft aus. Reicht eigentlich schon für Trade-Gerüchte. (Bericht)

Die Nets haben angeblich Interesse an Boris Diaw, der so viel Bock auf Charlotte hat wie Shaq auf eine Diät. Allerdings ist fragwürdig, ob er überhaupt spielen würde; sein Vertrag läuft aus. (Twitter)

Und wieder mal die Lakers. Die sind wohl interessiert an einem Tausch von Steve Blake gegen Raymond Felton von den Blazers. Damit der Deal durch geht, muss L.A. aber noch etwas drauf legen. (Bericht)

VIDEO DES TAGES

Bismack Biyombo räumt Trevor Ariza ab und sichert seinen Bobcats den siebten Saisonsieg. Bei so viel Talent bekommt jeder Volleyballtrainer feuchte Augen.

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11 Kommentare to “Tuesday Bullets: Chicago lässt die Knicks um die Playoffs zittern, die Celtics rehabilitieren sich”

  1. eightch says:

    “Sollten die Playoffs verpasst werden, wackelt es heftig an D’Antonis Stuhl, der es mit einem Salär von knapp 75 Millionen anscheinend nicht schafft, ein funktionierendes Team zusammenzuschustern. ”

    glaube nicht das er einen nicht zusammenpassenden kader wollte – ich kann mir auch nicht vorstellen das er alles junge talent nach denver werfen wollte um einen spieler zu holen der nicht in sein system passt… es sollte nicht vergessen werden warum der coach geholt wurde und das es sich bei der momentanen situation eher um szenario 3 als 1b handelt…

    zu trades äußere ich mich erst freitag morgen wieder alles andere ist irrsinn… ;)

  2. Dave says:

    Da haben die Celtics wohl einen Vorgeschmack auf die Playoffs geliefert und gezeigt das sie immernoch harte Gegner sind und das in “Lob-City” zwar alle Zeichen auf Playoffs, aber eher nicht auf 2. Runde stehen.

  3. KB24 says:

    richtig,verstand sowieso nich wie man wegen ein bisschen gespringe und gedunke den typen im ersten jahr sofort die 2.runde oder gar CF zugetraut hat,echt zu früh.

    is auch beruhigend zu wissen das nach aktueller konstallation miami geg boston muss… :)

  4. KB24 says:

    btw von wegen der lin hype is over…er bringt nach wie vor konstante zahlen und fängt schon mvps zu blocken…aber richtig!! :D

  5. Hä? CLippers werden nicht Meister? Als Paul gewechselt wurde haben das doch hier 90% als sichere Sache angesehen?

  6. KB24 says:

    pf oh gott…-.-

  7. Pseudonym @stonedness says:

    Hä? Wenn die Clippers nicht Meister werden, existenziert sich meine existenz ins nichtexestentielle um der ewigen qual meiner verwetteten existenz nachzutrauern… so genauso bescheuert und sinnlos wie dieser satz ist es, den clippers auch nur iwas in den playoffs zuzutrauen, nö, no way, noch nicht, tank yo

  8. MrCarambole says:

    Hä? Wenn die Clippers nicht Meister werden, existenziert sich meine existenz ins nichtexestentielle um der ewigen qual meiner verwetteten existenz nachzutrauern… so genauso bescheuert und sinnlos wie dieser satz ist es, den clippers auch nur iwas in den playoffs zuzutrauen, nö, no way, noch nicht, tank yo

  9. MrCarambole says:

    Eher macht T-Mac 30 pts und 12 ass für atlanta :D

  10. Dave says:

    Was ist den hier los, vor lauter Aufregung vergessen zwei Leute bei ihren Doppelposts “mit Brett” zu schreiben, also ne. ;)

  11. KB24 says:

    was hab ich hier nur ins rollen gebracht… :D

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