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Monday Bullets: April, April

Verschiedene Aprilscherze gab es an diesem 8 Spiele umfassenden Sonntag zu beobachten.

Den Ersten machten die Oklahoma City Thunder im Spiel der Topteams der NBA mit den Chicago Bulls, indem sie die Bullen eine Halbzeit lang im Glauben ließen, dass diese auch ohne Derrick Rose eine Chance hätten. Ein besonders gelungener Scherz, da Chicago ohne seinen Superstar bisher tatsächlich eine bemerkenswerte Bilanz von 12-5 aufs Parkett legte.
Doch nach der Halbzeitpause hieß es dann: „April, April“ und die Thunder gewannen das dritte Viertel mal eben mit 31 zu 12. Danach wurde gemütlich ausgelaufen und die Bulls durften Ergebniskosmetik betreiben.
Statistisch gesehen keine Überraschungen bei OKC: Durant mit 26 Punkten und 10 Rebounds, Russell Westbrook mit 27 Punkten.
Die Bulls dagegen mit einer ganzen Reihe von Ausfällen: Der Starting Frontcourt um Deng, Boozer und Noah zusammen mit 21 Punkten, 16 Rebounds und 2 Assists.
Es soll Spieler geben, die solche Zahlen alleine auflegen … Solide nur Kyle Korver mit 14 und John Lucas mit 19. (Spielbericht)

Randnotiz des Tages: Beide Teams haben ihren Playoffplatz seit gestern endgültig gebucht.

Einen deutlich weniger gelungenen Aprilscherz leisteten sich die Miami Heat im Ostgipfel mit den Boston Celtics. Denn die Heatles hatten sich wohl darauf verständigt, den Zuschauern einen Streich zu spielen und das eigentlich erwartete intensive Spiel zu boykottieren. Anders lassen sich einige Stats Miamis nicht erklären. Beispiele: Lebron mit 0 Assists (okay, immerhin 23 Punkte), Chris Bosh mit 4 Punkten, ganze 7 getroffene Freiwürfe als Team. Verwirrend ist wohl das richtige Wort für diese Leistung.
Am anderen Ende des Spektrums befindet sich Rajon Rondo, der mal wieder ein Triple-Double auflegte (16 Pkt/ 11 Reb/ 14 Ast) und, noch viel wichtiger, das komplette Spiel diktierte. Ein ums andere Mal rotierten die Heat falsch gegen Rondos Zug zum Korb und kassierten den Backdoor-Cut von einem Celtic nach Wahl.
Wenn man jetzt noch sieht, dass ihr gefährlichster Schütze, Ray Allen, verletzt ausfiel, ist die Leistung Bostons, bei denen alle Starter zweistellig punkteten (besonders Paul Pierce mit 23), umso beeindruckender. (Spielbericht)

Bank des Tages: Jedenfalls keine, die grüne Trikots trägt. Grade mal 13 Punkte und 2 Assists von der Bank der Celtics in einem Blowout. Hoffentlich bleiben in den Playoffs die Rotationsspieler gesund. Sonst wird´s eng …

Dwight Howard ist ein ziemlicher Witzbold und so glaubte sein Coach Stan van Gundy bestimmt an einen schlechten Aprilscherz, als sich Howard für das Spiel gegen die Denver Nuggets verletzt abmeldete. Das wäre auch mehr als verständlich, da „Superman“ in seinen acht Jahren in der Liga tatsächlich erst acht Spiel verpasst hat. Doch er war tatsächlich ausser Gefecht, weshalb die Orlando Magic ohne ihr Zentralgestirn antreten mussten.
Das war den Nuggets ganz recht, denn sie selbst mussten mit Danilo Gallinari und Rudy Fernandes auf ihre internationale Flügelzange verzichten.
Da Denver aber sowieso mit einer sehr tiefen Rotation spielt und die Magic eigentlich keinen ernsthaften Backup-Center haben, muss es Orlando hoch angerechnet werden, dass sie das Spiel bis in die Schlusssekunden spannend halten konnten. Zu verdanken war dies ironischerweise den beiden „Grossen“ Ryan Anderson (20 Pkt/ 9 Reb) und Glen Davis (18 Pkt/ 16 Reb) sowie Leader Jameer Nelson (27 Pkt/ 5 Ast).
Bei den Nuggets dagegen kam das Scoring vor allem aus den Backcourt, von Arron Afflalo (22 Pkt), Ty Lawson (25 Pkt/ 9 Ast) und Andre Miller (15 Pkt/ 5 Ast).
1:50 Min vor Ende stopfte Kenneth Faried einen Alley Oop durch die Reuse und das Spiel schien bei 99:90 entschieden zu sein. Doch die Magic starteten nochmal einen Lauf und hatten mit dem Buzzer die Chance zum Ausgleich. Bei 3,3 Sekunden und Einwurf an der eigenen Baseline war dies allerdings ein fast unmögliches Unterfangen und so vergab Quentin Richardson letztlich den Verzweiflungsdreier im Fallen.
(Spielbericht)

Frage des Tages: Für mich sind die Nuggets aufgrund ihrer Schnelligkeit und Ausgeglichenheit der unbequemste Gegner für die topgesetzten Teams im Westen. Für euch auch?

Indiana Pacers gegen Houston Rockets bedeutet ein Matchup von zwei sehr ähnlich besetzten und spielenden Teams, die beide um ihre Playoffplatzierung kämpfen.
Und wie zu erwarten war, ging es knapp zu in Texas. Die Rockets dann zu Beginn des vierten Viertels erstmals mit einer zweistelligen Führung, doch Indiana antwortet direkt mit einem 16-5 Lauf und geht sogar in Führung. Danach werden Körbe ausgetauscht, wobei besonders Goran Dragic (22 Pkt/ 6 Reb/ 6 Ast) seine „clutch“-Fähigkeiten unter Beweis stellt. Zunächst ein schneller Korbleger bei minus drei und 19 Sekunden auf der Uhr und als dann Darren Collison nur 1-2 Freiwürfen versenken kann, rettet Dragic sein Team mit zwei Freiwurftreffer in die Verlängerung. Auch dort zieht Indy wieder weg, vor allem Dank Danny Granger (32 Pkt/ 7 Reb). Doch wieder ist es Dragic, der per Dreier verkürzt. Und als weiterer Held bietet sich Chandler Parsons an, der sofort danach per Steal und Korb das 100:101 markiert. Die Antwort erneut von Granger mit zwei erfolgreichen Freiwürfen. Und wieder ist auf der anderen Seite Parsons mit einem Korb da. Doch es sollte nicht reichen, denn im letzten Spielzug des Tages versucht Parsons einen Dreier zum Sieg, aber Danny Granger hat genug vom Nervenkitzel und blockt den potentiellen Gamewinner eiskalt.
Sieg für Indiana, die nur noch eins halbes Spiel hinter Orlando und dem dritten Platz zurückliegen. (Spielbericht)

Weitere Ergebnisse:

Golden State Warriors – Los Angeles Lakers 112:120
Kobe traf im letzten Spiel schlecht und kassierte dafür einige Häme und Fragen, ob er zu alt sei. Blöd für den nächsten Gegner der Lakers, in diesem Fall die Warriors. Denn Kobe reagiert auf Kritik meist mit starken Leistungen. 40 Punkte und 3-3 Dreier sind wohl als solche zu bezeichnen.
Hilfe kam (wie immer) von Pau Gasol (26 Pkt/ 11 Reb) und Neuzugang Ramon Sessions (23 Pkt/ 9 Ast). Nicht helfen konnte dagegen Andrew Bynum, da er sich früh im Spiel verletzte. Wie schwer die Verletzung ist, bleibt abzuwarten.
Bei den Warriors, ohne Steph Curry angetreten, ist vor allem David Lee mit 27 Punkten zu erwähnen. Dazu Richard Jefferson mit 4-4 Dreiern und 16 Punkten. Aber das ist in der Bay Area eigentlich egal, denn mit einem gesunden Andrew Bogut, Steph Curry und einem hoffentlich guten Draftpick ist der Fokus bereits jetzt auf die nächste Saison gelegt.

Washington Wizzards – Toronto Raptors 92:99

Die Wizzards im Matchup der hässlichsten Trikots des Jahres ohne Neuzugang Nene, aber dafür mit extrem ausgeglichenem Scoring. Die Erste Fünf plus Sixth Man Roger Mason Jr. mit zweistelliger Ausbeute. Im Fall von John Wall kamen noch 11 Assists dazu. Doch die Raptors haben den europäischen Teambasketball in der NBA praktisch erfunden und so scorten bei ihnen sogar alle elf eingesetzten Spieler, am meisten Andrea Bargnani mit 18. Zudem holte Toronto zwölf Rebounds (davon sechs offensiv) mehr als die Wiz und fertig war der Heimsieg.

New Orleans Hornets – Phoenix Suns 75:92
Ohne die drei besten Spieler des Kaders, Trevor Ariza, Eric Gordon und Emeka Okafor, waren die Siegchancen für die Hornets schon vor dem Spiel nahezu bei Null. Die Restetruppe aus Big Easy kämpfte zwar aufopferungsvoll, aber 9 (in Worten: neun!) gezogene Freiwürfe als Team zeugen von Überforderung und zu wenig Klasse. So zerlegten die Suns auch ohne Grant Hill, der wohl bis Saisonende auszufallen droht, mit 14 Assists von Steve Nash und 21 Punkten von Jared Dudley sowie 14 Punkten und 11 Rebounds von Channing Frye die Hornets deutlich. Wichtiger Sieg für die Suns, da das Rennen um die letzten Playoffspots im Westen immer enger wird.

Minnesota Timberwolves – Portland Trail Blazers 106:119
Ein wenig March Madness Feeling (heute Nacht das Finale anschauen!) kam auch bei diesem Spiel auf. Denn aufgrund der Verletzung von allen Centern bei beiden Teams waren die beiden PF Kevin Love (26 Pkt/ 9 Reb) und LaMarcus Aldridge (26 Pkt/ 8 Reb) gezwungen als einzige Big Men aufzulaufen. Ansonsten viel Guard Play. Typisch NCAA also.
Portland kam damit dank Nicolas Batum (24 Pkt) und Wes Matthews (18 Pkt) besser zurecht. Bei Minny Derrick Williams und Luke Ridnour mit jeweils 21 Punkten, aber die Wolves mit schwacher Defense ohne Center in der Mitte. Portland also mit einem wichtigen Sieg gegen eine direkten Konkurrenten im Kampf um den Anschluss an die Playoffs.

VIDEO DES TAGES
Heute Nacht steigt das Finale des NCAA Turniers 2012 aka March Madness. Um euch kurz auf den Wahnsinn einzustimmen, ein Promo-Video eines Fans, das Szenen aus der regulären College Saison zeigt (in zugegebenermaßen mittelmässiger Qualität)

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26 Kommentare to “Monday Bullets: April, April”

  1. flo says:

    wann läuft das finale heute nacht deutscher zeit?

  2. Frog says:

    9:30 EST, also 3:30 Uhr deutscher Zeit heut Nacht. Ziemlich unchristlich …

  3. Jendreiek says:

    Sehr nett geschriebener Artikel!

    Angeblich hat Nashy gesagt, er überlegt sich im Sommer zu den Heat zu gehen..bitte nicht. Die sind doch jetzt schon unfair talentiert..
    Lieber ne Feelgood-Revival-Story mit seinem alten Kumpel Dirk und als Edelbackup von Deron Williams und Rodrigue den Dreier zur Meisterschaft treffen..

  4. S7evin says:

    jemand ne Ahnung von kostenlosen Streams, die das NCAA Finale übertragen?

  5. Lence Laroo says:

    @Jendreiek – Ich sage ja zur feelgood story :-) und Dirks Kumpel und Nationalmannschaftskollege Chris stößt auch noch dazu … zum title run 2013.

  6. Milan says:

    Ähm…beide PGs Chicagos 9/27 FG und 5/16 3er…komplett schwache Wurfauswahl, auch von Lucas. Kann man so wie oben geschrieben also eigentlich nicht stehen lassen.

  7. KB24 says:

    nash zu den heat war genau das gruselszenario was ich nun wirklich nie wollte…den sein gehirn neben james u wade oh gott…da isses auf eine art schon wieder gut das nash so “alt” is.
    sorry hört sich vllt auf eine art zünisch an die aussage aber in dem zusammenhang muss das so gesagt werden :)

    sofern nash dann wirklich mit denen meister wird muss man sich ja sogar “freuen” weil Steve dann auch seinen ring hat,während die HEAT IHR BANNER HISSEN!!

    neee,muss nich sein :)

  8. Jendreiek says:

    Also bei “zünisch” krieg ich fast solchen Augenkrebs wie bei Nash im Heat-Trikot :D

    Ja, eben Chris wird doch Free-Agent! Seelischen Beistand und innere Ruhe bringt dann Center coach Shawn Bradley..
    Also erste Fünf:

    PG – Williams
    SG – Beaubois
    SF – Marion (nächstes Jahr noch da oder? Sonst..hm..Vince?
    PF – Dirk
    C – Kaman

    6th Man: Nash
    Backups: Haywood, Wright, Mahinmi, der Hausmeister, Vince, West & irgendein großer BAsketballer, der reboundet und verteidigt.

    Achja und Kidd darf als erster 40 jähriger effektiv 15min. gegen Wade verteidigen und den Dreier zur Overtime in Spiel 7 reinhauen..

  9. KB24 says:

    :D ;)

    iwer schon das recap von denver geg orl gesehen??

    lawson bringt tatsächlich mal nen standesgemäßen ankle breaker geg ryan anderson der danach vom feld muss u auch nich zurückkehrt…wie hart is das denn bitte :D

  10. eightch says:

    und coach wird bauermann…

  11. Dave says:

    @ eightch, die Rede war von nem Titlerun nicht einen Kampf um den ersten Pick 2013. ;)

  12. Melo says:

    wollte der kaman nicht nächste saison in deutschland spielen unter bauermann also bei den bayern?

  13. djbohl says:

    langsam glauch ich ja KB macht das absichtlich in schöner Regelmäßigkeiz… zünisch, Patu :D

  14. KB24 says:

    Man ne das war zufall u passte den moment einfach :)

    @melo:fools day! Got u.. ;)

  15. Melo says:

    @ KB24 und ich dachte sportnews wären auch am 1. april seriös….
    Klang für mich gar nicht mal so abwegig. der kaman ist schließlich deutscher nationalspieler, ein schräger vogel und sein vertag läuft aus und ich könnt mir vorstellen das der kein bock mehr hat in der nba zu spielen wenn man so behandelt wird wie er dieses jahr bei den hornets.

  16. Thorge says:

    Es war Jason Richerdson der den letzten 3er bei den Magic vergab.

  17. Thorge says:

    * Richardson

  18. Dave says:

    Apropos Dreier, “killer” Miller goes Hall of Fame. Dit lob ick mir.
    Irving schon wieder verletzt, irgendwann hat der jede Körperstelle mal durch. Hoffentlich ist das nur dieses Jahr so. Warum er allerdings für die USA in Zukunft spielen will und nicht Australien ist mir nen Rätsel, so schlecht sind die Australier nun auch nicht.

  19. kponblln4L says:

    @ Milan: es wird doch bewusst von solide gesprochen, denn in dem fall kannst du “solide” als eher negativ-gemeint lesen. wenn der beste fehlt, sind die andern eben auch öfter dazu gezwungen schlechte würfe zu nehmen, um ihr team im spiel zu halten. sprich: korver und lucas waren immerhin noch besser als die anderen 3 Erwähnten…
    die fallen einem eher noch positiv ins auge!

    man hätte die ersten beiden artikel inhaltlich, von den spielen chi vs okc und mia vs bos, getrost auch gleich schreiben können… ;)
    beide spiele waren eher noch knapp zur halbzeit (im vergleich zum weiteren spielverlauf und endergebniss), danach haben die beiden sieger ihren gegner mit jeweils 31:12 im 3. Vrtl zerfetzt und das spiel war gelaufen…
    grauenhafte quoten von mia und chi taten ihren rest dazu und beide teams blieben unter 80 pkt., soweit so schlecht…
    ich hätte einen text genommen und je nach paarung einfach die spielernamen ausgetauscht oder abgeändert. beides hätte sich ohne weiteres absolut zutreffend gelesen… :D :P
    aber natürlich wie immer, vielen dank für die guten artikel und eure unaufhörliche Mühe!! mfg

  20. KB24 says:

    Irving isn australier????

    Just become american!

  21. Dave says:

    Er hat beide Staatsbürgerschaften und Tristan Thompson ist Kanadier. Die momentan auf ne gute Generation Spieler zu steuern. Denke ähnlich zum deutschen Europameisterteam.

  22. eightch says:

    kennst du die simpsons folge als die kanadier bart ins nationalteam holen wollen nur weil er das brett getroffen hat? ;)

  23. Dave says:

    Ja, aber es gibt ein paar Talente, zb. auch Corey Joseph(Spurs) und nen 7-5 Center,gerade mal 19 Jahre alt. da entwickelt sich vllt ne Art goldene Generation, welche Argentinien als 2. Macht des Doppelkontinents ablösen kann. ja die Brasilianer sind nicht ohne, aber ganz ohne Guards funktioniert es nicht.

  24. Lence Laroo says:

    Ja genau und Andy Rautins haben die ja auch noch, der hat als Rookie letztes Jahr ne Menge Wind gemacht bei den Knicks … beim Handtuchwedeln auf der Bank ;-)

  25. Dave says:

    Ich habe Rautins absichtlich nicht aufgezählt, zumal ich ihn als 86er nicht mehr als Talent sehe. Ich wage jedoch zu behaupten das die kommende kanadische Generation in der Spitze talentierte als die deutsche ist. Ich hoffe Nowitzki Macht nicht einen auf Rentner, sondern engagiert sich ähnlich wie ehemalige litauische Spieler für den Nachwuchs, zb. mit ner eigenen Akademie.
    So ich werd erstmal wieder die NBA in meinen Fokus rücken :)

  26. Black Mask says:

    @ Dave
    Ja, der 7-5 (2,26 m) Center ist Sim Bhullar.
    Sein jüngerer Bruder Tanveer spielt auch Basketball.
    …haben Ähnlichkeiten mit Terrance & Phillip! ;-)

    http://www.youtube.com/watch?v=g1Y04AMkvdg

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