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Thursday Bullets: The Heat is on, Battle of Los Angeles

In der NBA gab es gestern Nacht diverse Premiumspiele zu bestaunen. Die Heat revanchieren sich gegen die Thunder mit einem wichtigen Sieg. Kobe und seine Lakers zeigen, warum sie die Nummer eins in der Stadt der Engel sind. Die alten Männer aus San Antonio schlagen die noch älteren Herren aus Boston.

Oklahoma City Thunder – Miami Heat: 93-98

Kampf der Giganten in der NBA. Die zwei besten Teams und zwei besten Spieler liefern eine Vorschau auf ein von vielen erwartetes NBA-Finale. LeBron zeigt Durant dabei, wer der Topanwärter auf den MVP-Titel ist. Für seine 34 Punkte, sieben Rebounds und zehn Assists steckte der Small Forward allerdings auch heftig ein. Erst verdrehte er sich den Knöchel, als er über einen Kameramann fiel, bekam von einem Schiedsrichter ins Kreuz und wurde zwei Mal übel im Fastbreak umgehauen. Nützte aber alles nichts. Am Ende war er doch der beste Spieler auf dem Feld. Durant zeigt ebenfalls, was er kann (30 Punkte, vier Rebounds, drei Assists), seine neun Ballverluste sind allerdings Höchstwert für diese Saison und gegen die athletischen Heat tödlich.

Das Spiel findet auf höchstem Niveau statt und rechtfertigt endlich, warum der geneigte NBA-Fan über 120 Euro in den Rachen der Liga wirft. Intensität auf beiden Seiten, keine einfachen Punkte, harte Defensive – alles wie in den Playoffs. Zwar halten die Thunder die Heat bei 37 Prozent aus dem Feld, bekommen aber selbst nicht viel beisammen, angeführt von Russell Westbrook (28 Punkte, aber 9/26 aus dem Feld). Auch Harden musste sich mit weniger Zählern als sonst zufrieden geben (12 Punkte). „Wir hätten viel besser spielen können, aber das muss man Miami hoch anrechnen“, so Durant nach dem Spiel. Kurz zuvor hat er noch einen relativ freien Dreier zum Ausgleich in der Hand, der Ball springt aber auf die rechte Ringkante. Vielleicht lag es aber auch an der Defense von James, der das Duell mit Durant persönlich nahm: „Bei sowas nimmst du die persönliche Herausforderung an.“

Wade spielt nach Knieverletzung erstmals, auf dem Feld gelingt ihm aber noch nicht allzu viel. Hilfe gibt es von den anderen Heat Chalmers (13 Punkte) und Chris Bosh (12). Miami ist nun zwei Spiele hinter Chicago, Oklahoma behält den ersten Platz im Westen. (Spielbericht)

Los Angeles Lakers – Los Angeles Clippers: 113-108

Und wieder Kobe. Nach seinem Gamewinner vergangene Nacht schaltet der Guard gegen den Stadtrivalen in den Mamba-Modus und lässt es in der Clutch aus der Mitteldistanz hageln. Mit seinen 31 Punkten stoppt der Liga-Topscorer die sechs Spiele währende Siegesserie der Clippers und rückt die Vorherrschaft in Los Angeles wieder in gewohnte Verhältnisse. Neben Bryant glänzt Andrew Bynum (36 Punkte, acht Rebounds), der nach einem Spiel Pause die Zone der Clippers auseinander nimmt. Respekt gibt’s vom Center nach der Partie für Bryant: „Kobe wollte nicht verlieren. Wir kämpfen um einen Playoffplatz. Sie sind ein Spiel hinter uns, also mussten wir gewinnen.“ Das tun sie auch. Mit dem Sieg halten die Lakers den Stadtrivalen auf Abstand und festigen weiter Rang drei. Für die Clippers ist dennoch weiter alles drin. Bei den Lakers überzeugte auch Neuzugang Ramon Sessions mit 16 Punken und acht Assists.

Bei denen zeigt Blake Griffin wieder mal außerirdische Athletik und knallt zwei Dunks durch die Reuse, dass Pau Gasol die Ohren schlackern. Chris Paul tut auch sein Nötigstes (22 Punkte, zwei Rebounds und Saisonbestwert 16 Assists), ihm gelingt es aber nicht, die Niederlage abzuwenden. Interessant: Gegen Teams mit positiver Bilanz stehen die Clippers gar nicht so toll da (19-13). In den Playoffs müssen sie sich steigern. (Spielbericht)

San Antonio Spurs – Boston Celtics: 87-86

Garantierte pure Erfahrung auch Erfolg, dies wären die Finals 2012. So gibt es eben ein Basketballspiel, das zwar nicht gekennzeichnet ist von Athletik, davon aber von jeder Menge Basketball-IQ. Die Partie ist über ihren gesamten Verlauf spannend und wird dementsprechend erst im letzten Viertel entschieden. Paul Pierce macht es wie immer, täuscht, dribbelt, wirft – und trifft im Gegensatz zu sonst mal nicht. „Um ehrlich zu sein, er bekam wahrscheinlich den Schuss, den er wollte“, gibt Duncan nach dem Spiel zu Protokoll. Der macht einen guten Job und wärmt sich so langsam für die Postseason auf (16 Punkte, zehn Rebounds). Sein französischer Aufbau macht kein dickes Spiel, dafür aber Rondo auf der Gegenseite (17 Punkte, drei Rebounds, elf Assists).

Bei den Celtics kommt Ray Allen nach Verletzung zurück und trifft direkt mal einen wichtigen Dreier in der Schlussphase. Auch Back-Up Avery Bradley bestätigt seinen Aufwertstrend. Garnett mit 17 und elf. Die Celtics zeigen, dass mit ihnen trotz der mäßigen regulären Saison zu rechnen ist, während San Antonio sicher bald beginnen wird, seine Starter zu schonen, sobald der zweite Platz im Westen gesichert ist. (Spielbericht)

Die Restlichen Partien:

Toronto Raptors – Philadelphia 76ers: 99-78

In Philly läuft es derzeit gar nicht rund. Statt weiter an einer besseren Platzierung für die Playoffs zu arbeiten, bekommen sie von den Raptors eine Klatsche eingeschenkt. Die Sixers haben nun von den letzten zwölf Spielen acht verloren. Elton Brand (20 Punkte, vier Rebounds) holt nochmal alles aus den alten Knochen raus, Bargnani alles aus seinen jungen (24 Punkte, fünf Rebounds). (Spielbericht)

Indiana Pacers – Washington Wizards: 109-96

Dritter Sieg in Folge für Indiana, bei denen sie sich sicher freuen, dass Danny Granger immer besser ins Rollen kommt (20 Punkte). Assistiert bekommt er von PG Collison (17 Punkte, drei Rebounds, elf Assists). Bei den Wizards, die ab und an sogar Defense spielen, ist Jordan Crawford bester Mann (28 Punkte, zwei Rebounds, drei Assists). (Spielbericht)

Charlotte Bobcats – Atlanta Hawks: 93-120

Keine Überraschung in diesem Spiel. Josh Smith zeigt der Liga weiter, wie gemein es doch ist, dass er nicht zum All-Star berufen wurde (24 Punkte, neun Rebounds, vier Assists). Kemba Walker (21 Punkte, vier Rebounds, fünf Assists) ist einer der wenigen Hoffnungsschimmer für die Bobcats, bei denen man so langsam zweifelt, ob die wirklich gewinnen wollen oder sich auf die Draft freuen. (Spielbericht)

Denver Nuggets – New Orleans Hornets: 92-94

Darauf haben sie New Orleans lange gewartet. Eric Gordon kehrt nach 51 Partien Verletzungspause endlich wieder aufs Parkett zurück und zeigt gleich mal, warum die Hornets ihn unbedingt haben wollten, als sie Chris Paul tradeten. Die 15 Punkte lesen sich wenig spektakulär, die Art und Weise, wie er sie in der Clutch erzielt und den Sieg mit zwei Freiwürfen eintütet, aber schon. Bei Denver überzeugt der zuletzt starke Lawson (22 Punkte, ein Rebound, sechs Assists). (Spielbericht)

Cleveland Cavaliers – Milwaukee Bucks: 98-107

Monta Ellis scheint sich mittlerweile recht wohl zu fühlen im kalten Milwaukee. 15 seiner 30 Zähler erzielt er in den letzten fünf Minuten des Spiels. Bei den Cavs legt Anthony Parker sein bestes Spiel der Saison auf (27 Punkte, sieben Rebounds, vier Assists). (Spielbericht)

Golden State Warriors – Minnesota Timberwolves: 97-94

Die Warriors machen ihrem Namen alle Ehre und kämpfen sich von 20 Rückstand zurück ins Spiel, um am Ende den Sieg einzufahren. Besonders stark ist David Lee (31 Punkte, acht Rebounds). Love spult sein gewohntes Programm ab (29 Punkte, zwölf Rebounds, fünf Assists), doch auch mit Rückkehrer Pekovic (rechter Knöchel) war nichts zu holen. (Spielbericht)

Memphis Grizzlies – Dallas Mavericks: 85-95

Willkommen in der Matrix. Nach einem weiteren Totalausfall Odoms kehrt Shawn Marion zurück aufs Feld und erzielt zehn Punkte im letzten Viertel. Die müden Grizzlies (drei Spiele in drei Tagen) kommen zum Schluss nicht mehr mit, auch weil Dirk Dirk ist (23 Punkte, zehn Rebounds). Bei Memphis sticht mit Marc Gasol ein anderer Europäer hervor (zehn Punkte, zehn Rebounds, sieben Assists) und kratzt ganz unbemerkt am Triple-Double. Auf der Seite der Mavericks löst Terry den Herren Stojakovic als fünften in der Liste der meisten getroffenen Dreier ab. (Spielbericht)

Phoenis Suns – Utah Jazz: 107-105

Déjà-vû für die Jazz. Nachdem Jeffersons Gamewinner in der Nacht zuvor zu spät kam, fehlen auch Millsap die entscheidenden Zehntelsekunden, um den Fehlwurf von Haywood im Korb der Suns unterzubringen. Bei denen Steve Nash wie gewohnt (dreizehn Punkte, zwei Rebounds, neun Assists), bei Utah macht Millsap (25 Punkte, acht Rebounds, sechs Assists) schon mal Werbung für eine All-Star-Nominierung nächste Saison. (Spielbericht)

New Jersey Nets – Portlan Trailblazers: 88-101

Gerald Wallace kehrt zurück zu seiner alten Wirkungsstätte und verliert aus Respekt auch gleich mal. Humphries (21 Punkte, elf Rebounds) entwickelt sich neben Williams immer mehr zu Konstante bei den Nets. Aldridge (24 Punkte, neun Rebounds, drei Assists) ist das schon lange für Portland. (Spielbericht)

VIDEO DES TAGES

Jason Terry hat die füntmeisten Dreier der NBA geballert. Fliegen kann der “Jet” aber auch sehr schön.

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12 Kommentare to “Thursday Bullets: The Heat is on, Battle of Los Angeles”

  1. Ty says:

    No props für Griffins zweiten Dunk.
    Jemanden den Ellenbogen ins Gesicht rammen beim Dunk macht aus nem Monster-Dunk naja nen Offensefoul. Aus ner 10 wurde ne dicke 0.

  2. ca$h says:

    @Ty: Ach lüg doch nicht, du hängst das Poster trotzdem an deine Wand. :D

  3. granite says:

    :D
    der erste Dunk ist auch sehr nahe an einem over the back foul dran

    dennoch beide spektakulär, was vorallem noch durch Gasol vertärkt wird (der fällt ja als hätte er die physics engine von nba elite).

  4. memory says:

    So spektakulär die Dunks von Griffin auch waren, so unsportlich waren sie meiner Meinung nach. Krass, dass er keine Offensive-Fouls kassiert hat. Bei einem Dunk sieht man sogar ganz deutlich, wie er Pau Gasol nach unten drückt . Mich wundert es daher nicht, dass Blake selbst oft hart gefoult wird. Wie heißt es so schön: wie man in den Wald ruft, so komm es zurück…oder so ähnlich. Zu Blakes Spielweise fällt mir eigentlich nur ein Wort ein: asozial. Klar ein bisschen Trashtalk und Pöbeleien gehören zur NBA und haben einen gewissen Unterhaltungswert, aber alles hat seine Grenzen. Aber so was? Naja…vor allem wie er dann noch provozierend mit erhobenen Haupt auf den am Boden liegend Gasol herabblickt, einfach unmenschlich.

  5. KB24 says:

    die beim zweiten aufgrund des off fouls auch gerechtfertigt ist,von dem technischen wegen staredown mal ganz abgesehen…die NBA hat eben doch keine klare linie…wie der einfach stehen bleibt,eher noch auf gasol ZUGEHT und den dabei anglotzt,jeder andere der nich griffin heisst hätte da 2 pfiffe kassiert(off u tech)

    aber es war nunmal blake,es war nunmal rivalry game undbattle of LA…und tdem is das keine entschuldigung,sondern mühselig u nervig..

  6. Ty says:

    @ Das zweit späktakulärste Offensiv Foul der NBA (Nach Jordans *hust*Push-off*hust*) kann man sich schon mal an die Wand hängen.

    WTF hat jemand das Interview von VanGundy gesehen??
    Entweder war das ne geile Show oder er hat Howard sowas von in die Pfanne gehauen.

  7. Dave says:

    Die Clippers kriegen die Highlights, die Lakers den Sieg. Alle zufrieden ;)
    Nach Howard non-decision nun also die Selbstzerfleischung???

  8. icecold says:

    seltsames interview.. da hat howard echt mal in den eigenen korb gedunkt.
    Link: http://www.nba.com/video/channels/nba_tv/2012/04/05/20120405_vangundy_howard.nba/

  9. DefenseWinsChampionships says:

    Ganz ehrlich?
    F* U, Dwight Howard!
    Zuerst das Theater um einen möglichen Trade, jetzt dem Coach in den Rücken fallen und vor den Journalisten den Kumpel mimen? WTF? Zuviel Decision-Wasser getrunken, oder was?
    VanGundy sollte hinschmeißen, mit so einem scheinheiligen Arsch würde ich nicht mehr die gleiche Luft atmen wollen!

  10. icecold says:

    wenn ich die pfiffe gegen ihn beim spiel gegen die knicks gerade richtig interpretiere, dann sehen das die fans in orlando ähnlich

  11. granite says:

    Wow, wenn van Gundy wirklich gehen muss, verstehe ich die nba nicht mehr. Wie kann das sein, dass Spieler etablierte Coaches einfach so absägen können und dann wahrscheinlich doch noch den Abfug machen?
    erst D-Will und Sloan und jetzt Howard und van Gundy.

    Die Magic hätten Howard und ihre X-Spieler mit dicken Gehältern für ein paar Talente/Draftpicks traden sollen und dann mit van Gundy über die Free Agency und den Draft nen Rebuild starten sollen.
    So wie’s aussieht stehen sie jetzt am Ende ohne Howard und auch ohne van Gundy da.

  12. DefenseWinsChampionships says:

    In der ganzen Suppe muss man, finde ich, auch Otis Smith und den Eigentümern der Magic eine Mitschuld zuweisen. Erst die Wechselpolitik, die sich nicht ausgezahlt hat, und dann dieses Theater um Trades und Trainer. Sowas kann man als Verantwortlicher nicht einfach durchgehen lassen, da muss konsequent durchgegriffen werden! Runter und 50 Liegestütze, alle Mann! ;-)

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